Die Teichzonen des Gartenteichs

Wie lege ich Teichzonen richtig an?

Hallo und willkommen zu meinem kleinen Artikel über die Teichzonen des Gartenteiches!

Ganz egal, ob Sie einen Fertigteich mit Teichschale, einen Folienteich oder einen natürlichen Teich in Ihrem Garten haben, jeder Teich ist für sich genommen ein kleines, komplexes Ökosystem mit unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren, die sich jeweils in verschiedenen Regionen des Teiches wohlfühlen.

Wenn Sie einen Gartenteich neu anlegen oder einen bestehenden Teich optimieren möchten, ist es wichtig dafür zu sorgen, dass sich ein natürliches, dauerhaftes biologisches Gleichgewicht einstellt. Dies verhindert Algenblüten sowie ein Verlanden des Teiches und sorgt dafür, dass Ihre Pflanzen und die im Teich lebenden Tiere gesund bleiben und sich gut entwickeln.

Daneben ist es natürlich ein weiteres Ziel dafür zu sorgen, dass der Teich gut aussieht und sich bestmöglich in Ihren Garten einfügt.

Um diese beiden Ziele zu erreichen ist es hilfreich zu verstehen, wie ein Teich aufgebaut ist. Um darauf ein wenig Licht zu werfen, möchte ich in diesem Artikel darüber schreiben, was die so genannten Teichzonen sind, welche Teichzonen es gibt und was es bei ihrer Gestaltung zu beachten gilt.


Die Teichzonen

 

Was sind Teichzonen?

Teichzonen sind unterschiedliche Regionen des Teiches, die sich dadurch auszeichnen, dass sie den dort heimischen Arten unterschiedliche Lebensbedingungen gewähren.

Es ist faszinierend, dass selbst ein so kleiner Raum wie ein Teich bereits verschiedene Lebensräume aufweist.

Die Teichzonen unterscheiden sich voneinander hinsichtlich Wassertiefe, Temperatur, Nährstoffdichte, Lichtkonzentration und weiterer Faktoren.

Man kann sich merken, dass Teichzonen unterschiedliche Lebensräume sind, die jeweils andere Arten beherbergen, sodass sich zum Beispiel eine Seerose nicht in allen Regionen eines Teiches wohlfühlt.

Lassen Sie uns nun einen Blick auf die verschiedenen Teichzonen werfen.


Teichzone 1: Der Uferrand

Wie es der Name schon sagt, befindet sich diese Zone am Rand des Teichs.

Hier wachsende Pflanzen befinden sich außerhalb der Teichabdichtung bzw. Kapillarsperre und werden nicht direkt vom Wasser erreicht. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit gedeihen sie aber sehr gut.

Am Uferrand kann man in der Regel die typischen Beetpflanzen ansiedeln. Um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen sollte man aber Pflanzen wählen, die optisch auf die Wasserpflanzen des eigentlichen Teiches abgestimmt sind und dadurch einen harmonischen Übergang zwischen Land und Wasser schaffen.

Beispiele für Pflanzen, die gut an den Uferrand passen sind (per Klick ein größeres Bild aufrufen):

Einige dieser Pflanzen haben Ableger, die ins Wasser hineinwachsen und diesem überschüssige Nährstoffe entziehen. Dies ist gut, weil Gartenteiche oft zu nährstoffreich sind, was zu vermehrtem Algenwachstum führen kann. Auf diese Weise helfen auch die Pflanzen des Uferrands, den Teich im Gleichgewicht zu halten.

Bei der Gestaltung des Uferrandes sollte man neben der Auswahl passender Pflanzen auch darauf achten, diesen nicht zu steil anzulegen, damit der Teich nicht zur Falle für kleine Tiere wird, die aus ihm sonst nicht mehr entkommen können. Sollte es nicht möglich sein, den Rand flach zu gestalten, kann man auch eine so genannte Igeltreppe einrichten. Dazu legt man einfach ein längeres Brett über den Rand hinaus so ins Wasser, dass Tiere über das Brett, das einen flacheren Anstiegswinkel hat, den Teich verlassen können.


Teichzone 2: Die Sumpfzone

Die Sumpfzone ist ein feuchter bis nasser Bereich, der direkt auf den Uferrand folgt. Diese Zone sollte beim Anlegen des Gartenteiches so geplant werden, dass sie – je nach Größe des Teiches – möglichst etwa 40 bis 90 cm breit ist und ca. 40 % der Teichfläche ausmacht. Die Wassertiefe in der Sumpfzone sollte je nach Wasserstand 0 bis 20 cm betragen.

Die Pflanzen der Sumpfzone sind wahre Überlebenskünstler, da sie mit Feuchtigkeit und zeitweiser Trockenheit gleich gut zurechtkommen. Pflanzen, die in die Sumpfzone gepflanzt werden sollten sind beispielsweise (per Klick ein größeres Bild aufrufen):

Die Sumpfzone zeichnet sich auch durch ihr reiches Tierleben aus. In ihr leben viele unterschiedliche Insekten wie Wasserkäfer oder Libellen, und die dichte Vegetation ist ein idealer Laichplatz für Frösche.


Teichzone 3: Die Flachwasserzone

Auf die Sumpfzone folgt die Flachwasserzone. Auch sie sollte etwa 40 Prozent der Teichfläche ausmachen.

Durch die Wassertiefe von 20 bis 50 cm ist das Wasser der Flachwasserzone bereits deutlich kühler als das Wasser der Sumpfzone und dadurch in der Lage, mehr Sauerstoff aufzunehmen. Dies trägt an heißen Sommertagen zu einem stabilen ökologischen Gleichgewicht im Teich bei.

In der Flachwasserzone gedeihen Wasserpflanzen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie über jeweils verschieden geformte Über- und Unterwasserblätter verfügen. Diese Pflanzen wurzeln fest im Grund der Flachwasserzone, ihre Überwasserblätter und Stängel ragen aber deutlich über die Wasseroberfläche hinaus.

Typische Pflanzen, die man in der Flachwasserzone antrifft, sind Wasserfeder, Pfeilkraut oder Froschlöffel.

Bei der Gestaltung der Flachwasserzone Ihres Gartenteichs können Sie aber auch mit Wasserpflanzen wie Igelkolben, Teichsimse (auch als Teichbinse bekannt) oder Schilf Akzente setzen. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie dichte Horste ausbilden.


Teichzone 4: Die Tiefwasserzone

In der Mitte jedes Teiches sollte sich eine Tiefwasserzone befinden, die auf die Flachwasserzone folgt. Sie sollten beim Anlegen des Gartenteichs darauf achten, dass die Tiefwasserzone etwa 20 Prozent der Teichfläche einnimmt.

Als Tiefwasserzone bezeichnet man die Bereiche ab einer Wassertiefe von 50 cm. Der Grund der Zone sollte sich mindestens ca. 80 – 100 cm unter der Wasseroberfläche befinden.

Die Tiefwasserzone ist kühler, noch sauerstoffreicher als die Flachwasserzone und dadurch wichtig als Lebens- und Rückzugsraum für Fische, falls Sie welche im Teich halten möchten. Die Tiefwasserzone verhindert auch, dass sich der Gartenteich im Sommer durch direkte Sonneneinstrahlung zu stark aufheizt.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass Fische und Frösche in der Tiefwasserzone überwintern. Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Teich hier mindestens 80 – 100 cm tief ist, falls Sie die Tiere im Teich überwintern lassen wollen. Durch diese Tiefe verringern Sie signifikant das Risiko, dass in einem strengen Winter auch tiefere Schichten zufrieren.

In dieser Teichzone ist neben anderen Schwimmblattpflanzen auch die „Königin des Gartenteichs“, die Seerose, beheimatet. Bekannte Überwasserpflanzen der Tiefwasserzone sind:

Wenig Beachtung finden häufig die unscheinbareren Unterwasserpflanzen wie Hornblatt (oft irreführend als Hornkraut bezeichnet), Tausendblatt und Wasserpest, die ebenfalls in der Tiefwasserzone wachsen. Da sie sich unter der Wasseroberfläche befinden und oft nicht sichtbar sind, ist das kein Wunder. Dabei produzieren sie aber besonders viel Sauerstoff und entziehen dem Teich Nährstoffe, halten ihn dadurch sauber und sind deswegen vor allem bei neu angelegten Gartenteichen sehr effektiv, um ein stabiles ökologisches Gleichgewicht zu schaffen.

Auch die Handhabung von Unterwasserpflanzen ist einfach, da sie meist frei im Wasser schwimmen. Bei zu  starker Ausbreitung dieser Pflanzen im Teich, können Sie sie einfach mit einem Kescher aus dem Wasser ziehen und kompostieren. Dies sollten Sie auch ab und zu tun, um dem Teich überschüssige Nährstoffe in Form von absterbendem Pflanzenmaterial zu entziehen.

Je tiefer Sie diese Zone anlegen, desto besser, denn mit der Zeit wird die Substratschicht am Teichgrund durch absterbende Pflanzen immer dicker, wodurch die Tiefwasserzone von alleine immer flacher wird. Sollte sich irgendwann zuviel Substrat angesammelt haben, können Sie dieses mit einem Teichschlammsauger absaugen. Das sollte aber nur selten und als letztes Mittel gemacht werden, da bei jedem Absaugen auch viele Lebewesen abgetötet werden, die im Teichgrund leben und es generell Stress für den Teich bedeutet.


Vorteile durch die Teichzonen

Beim Anlegen Ihres Gartenteiches sollten Sie darauf achten, die oben beschriebenen Teichzonen einzuhalten. Auch bei kleineren Fertigteichen werden Teichschalen angeboten, welche die Teichzonen berücksichtigen.

Natürliche Teichzonen einzubauen bringt mehrere Vorteile mit sich. Zum einen erhöhen sie die Selbstreinigungskraft des Teiches, wodurch es einfacher wird, ein natürliches Gleichgewicht zu erreichen. Somit können Sie leichter verhindern, dass es zu Algenblüten kommt oder dass der Teich verlandet.

Auch Fische und Wasserlebewesen finden in einem Teich mit unterschiedlichen Zonen und stabilerem Sauerstoffniveau bessere Lebensbedingungen und bleiben gesund.

Teichzonen, gesunde Fische

Teichzonen zu beachten sorgt für gesunde Fische

Nicht vergessen sollte man auch, dass ein Teich mit unterschiedlichen Zonen durch den damit einhergehenden Abwechslungsreichtum der Pflanzen viel natürlicher aussieht und sich besser in das Gesamtbild Ihres Gartens einfügt.

Schließlich verursacht ein so angelegter Teich auf Dauer auch weniger Arbeit und Kosten, da er nicht ständig gereinigt und kontrolliert werden muss.


Zusammenfassung

In diesem Artikel wollte ich Ihnen die 4 Teichzonen des Gartenteiches vorstellen.

Ein Teich ist ein kleines aber komplexes Ökosystem, das umso besser funktioniert, je natürlicher und vielfältiger es angelegt wird. In diesem Zusammenhang sollte man Teichzonen beachten, bei denen es sich um unterschiedlich tiefe und große Bereiche des Teiches handelt, die von jeweils anderen Pflanzen und Tieren bewohnt werden.

Die vier Zonen sind der Uferrand, die Sumpfzone, die Flachwasserzone und die Tiefwasserzone. Wenn Sie diese Zonen für Ihren Teich einplanen, gewinnen Sie dadurch einen Teich, der besser funktioniert, vielfältiger aussieht und Sie langfristig weniger Zeit, Arbeit und Geld kosten wird.

Ich danke Ihnen sehr, dass Sie meinen kleinen Artikel gelesen haben und hoffe, dass er für Sie hilfreich war.

Falls Sie noch Fragen haben sollten oder mir einfach einen Kommentar dalassen möchten, zögern Sie bitte nicht! Ich bemühe mich, unverzüglich darauf zu antworten. Ich freue mich auch immer, falls Sie Verbesserungsvorschläge haben sollten, wie ich die Seite oder den Artikel nützlicher gestalten kann.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Erfolg beim Anlegen (oder Verbessern) Ihres Gartenteiches!


PS: Sie möchten einen Fertigteich anlegen? Erfahren Sie hier, was es zu beachten gibt und welche Modelle empfehlenswert sind.


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